Besondere Kreaturen und unbekannte Wesen


Schreckensechse

 

Lebensraum: feuchtwarmer Dschungel, Grenzgebiet Wälder/Ebene in warmen Gegenden

Vorkommen: südliches Barsaive

 

 

Aus dem Tagebuch des Zwergenscholaren Slartibartfaß Eisenstein, Bd. 15, Kap. IV.:

 

Auf den Spuren meines Großvaters Todur hatte ich mich fürderhin in die Stadt Geda begeben, besser bekannt als Stammsitz der Nachfahren des berühmten Gideon von Mindas. Als Verwandten eines Begleiters des legendären Schwertmeisters und Diplomaten war ich herzlich aufgenommen worden und hatte ein großzügiges Quartier erhalten. Am Abend gab es zu meinen Ehren ein kleines Mahl, bei der ich Gelegenheit hatte einige interessante Fragen bezüglich der Belagerung Gedas zur Zeit des Erbfolgekrieges zu klären. Später wurden durch einen vorzüglichen Troubadour namens Adelarse mehrere der schönsten Balladen über den Gideon vorgetragen, wie etwa „Der Ritt auf der Brücke“. Berichtet wurde auch von den berühmten mehrfachen Begegnungen des Gideon von Mindas mit verschiedenen Großen Drachen Barsaives. Dann kam jedoch etwas selbst für einen Experten wie mich bislang unbekanntes: Der Troubadour berichtete vom heroischen Duell des Gideon gegen einen furchterregenden Drachen, welcher die Bewohner eines kleinen Dorfes irgendwo im Süden Barsaives bedrohte. Eine Tat, wie man sie von einer Legende erwarten durfte! Zum Beweis zeigte man mir sogar die Schuppen jenes Drachen, welche der Held als Geschenk für seine Kinder heimgebracht hatte und die noch heute an der Wand des Großen Saales hängen. Von rotgoldener Farbe waren sie, mit einigen grünen Schlieren darin und noch nach so vielen Jahren verspürte ich ein Gefühl der Beklemmung, ja regelrecht Angst als ich sie in die Hand nehmen durfte...

Bd. 17, Kap. VIII.:

Endlich in Märkteburg angekommen, wollte ich eigentlich nach einer anstrengenden Reise nur noch zu Bett, aber meine Freunde überredeten mich noch am gleichen Abend eine Menagerie zu besuchen, welche gar erstaunliches zu zeigen habe. Erstaunliches in der Tat, aber bis heute weiß ich noch nicht so recht, wie ich mit den folgenden Ereignissen und den daraus resultierenden Schlussfolgerungen umgehen soll. Ach wäre ich doch einfach zu Bett gegangen!!
 
Die Sammlung wilder und kurioser Tiere war tatsächlich erstaunlich, daneben gab es noch weitere, die als Zeichnungen oder ausgestopft in einer kleinen Sammlung ausgestellt waren. Und dann traute ich meinen Augen nicht: Vor mir war eine Art kleiner Drache ohne Flügel ausgestellt, ca. 2,5 Schritt lang und 1 Schritt groß, von grünlicher Farbe mit einem großen Schuppenkragen, welcher ihn noch größer wirken ließ. Das Maul weit aufgerissen schien er mich förmlich anzubrüllen und entblößte dabei seine furchterregenden Reißzähne. Aber nicht dies hatte mich aufgeschreckt, sondern der Kragen. Seine Schuppen waren von rotgoldener Farbe mit einigen grünen Schlieren darin und sie verströmten ein Gefühl der Angst und Beklemmung. Es handelte sich, als geübter Beobachter bin ich mir dessen vollkommen sicher, um genau die gleichen welche man mir vor nicht ganz einem Jahr anlässlich eines Besuchs auf Burg Geda als Trophäen des Gideon von Mindas gezeigt hatte. Zitternd vor Aufregung suchte mein Blick das kleine Namensschild: „Schreckensechse“ war dort zu lesen. Ungeduldig wartete ich das Ende der Vorstellung ab und wandte mich dann sogleich an den Besitzer. Seiner Erklärung nach handelt es sich um eine bis zu drei Schritt groß werdende Echse aus dem Süden. Sie sei eher selten und mache im Dschungel Jagd auf kleinere Tiere, die sie mittel eines Giftes an ihren Zähnen erlege. Besonderen Schrecken verbreite sie jedoch durch eine weitere Eigenart: Gerate sie in Bedrängnis oder sehe sich einem übermächtigen Gegner gegenüber, so erschrecke sie diesen mittels ihres hochgestellten Kragens, woraufhin beinahe jeder Reißaus nehme. Zur Plage sei dieses Tier geworden, nachdem es Gefallen an den bequem zu jagenden Haustieren der Namensgeber gefunden habe. Gerüchteweise seien ihm auch schon Kinder zum Opfer gefallen.

 

Man kann sich den Zwiespalt vorstellen, in dem ich mich nun befand. Zwar war jenes Tier durchaus gefährlich, aber es handelte sich ja wohl kaum um einen wirklichen Drachen, wie in der Legende berichtet. Sollte etwa ausgerechnet der Gideon seine Tat ausgeschmückt haben? Und was bedeutet diese Erkenntnis für den Wahrheitsgehalt seiner anderen großen Heldengeschichten? Mögen die Passionen mir die Weisheit verleihen die richtige Entscheidung zu treffen.


Kommentar: Die Schreckensechse lebt in feuchten und warmen Dschungelgebieten und jagt dort kleinere Tiere bis zur Größe einer Ziege oder eines kleinen Menschenaffen. Sie wird vom Kopf bis zum Schwanzende drei Schritt lang und etwa einen Schritt hoch. Der Körper ist mit kleinen, dunkelgrünen Schuppen besetzt. Am Hals besitzt sie eine aufstellbare Halskrause aus einzelnen, ineinander verschränkten Schuppen von rotgoldener Farbe mit grünen Schlieren, die deutlich größer sind als ihre anderen Schuppen. Ein Biss des Tiers verursacht eine Vergiftung des Opfers, das dann langsam und qualvoll verendet. Die Echse verfolgt nun in aller Ruhe das geflüchtete Opfer mit Hilfe seines ausgezeichneten Geruchssinns und verspeist dann seine tote Beute. Erzielt die Echse Schaden, so ist das Opfer vergiftet. Einem Obsidianer oder Troll macht dies nur wenig aus, verursacht aber große Schmerzen (für W6 Stunden je einmal Schaden Stufe 3). Für kleinere Namensgeber (Windlinge, kleine Menschen, Zwerge) oder Kinder kann es aber lebensgefährlich werden (für W12 Stunden Schaden der Stufe 8). Wird das Gift nicht neutralisiert, verliert der Betroffene nach einer Weile das Bewusstsein und seine Haut beginnt sich bläulich zu verfärben. Üblicherweise tritt zusätzlich Fieber auf.
Ungewöhnlich macht die Schreckensechse aber vor allem sein Schutz gegen Feinde. Wird sie von Feinden attackiert oder fühlt sich bedroht, so wirft sie sich dem Gegner mit lautem Zischen entgegen und stellt seinen Kragen auf. Dabei kommt es zu einer magischen Attacke, die Panik hervorruft und den Feind in die Flucht schlägt. Er hat den Eindruck von einem regelrechten Drachen attackiert worden zu sein. Dies ist aber für die Schreckensechse sehr anstrengend und kann erst nach mehren Stunden wiederholt werden, daher wird sie üblicherweise jetzt versuchen selber zu fliehen.

Ein mit den Schuppen der Schreckensechse besetzter Schild löst beim Gegner Angst aus und ist deshalb in eingeweihten Kreisen durchaus begehrt. Es ist allerdings sinnvoll, den Schild außer im Kampf bedeckt zu halten. Ansonsten dürfte es schwer werden Freunde oder einen Platz für die Nacht zu finden. Die Magie des Tiers ist nur noch abgeschwächt in den Schuppen vorhanden. Wer sie zum ersten Mal erblickt, muss eine Willenskraftprobe gegen 5 ablegen oder er wird instinktiv Furcht vor dem Träger verspüren. Er kann dann zwar normal handeln, wird diesen aber nur attackieren, wenn er selbst angegriffen wird. Das Gift der Zähne zu gewinnen ist nicht möglich, da es bereits kurz nach dem Tod des Tiers seine Wirkung verliert.


 

Werte

GES
: 8                       STÄ: 5                        ZÄH: 5

WAH: 6                      WILL: 8                     CHA: 6



Initiative: 8                                                Körperliche Widerstandskraft: 10

Angriffszahl: 1                                           Magische Widerstandkraft: 8

Angriff: 11                                                 Soziale Widerstandskraft: 7

Schaden: 9 (Biss)                                       Rüstung: 4

Anzahl der Zauber: 1                                Mystische Rüstung: 3
Spruchzauberei: 11                                   Niederschlag: 8

Wirkung: 13                                              Erholungsproben: 2 (W8)

Todesschwelle: 34                                    Laufleistung im Kampf: 40

Verwundungsschwelle: 9                          Normale Laufleistung: 80

Bewusstlosigkeitsschwelle: 26                 Ausrüstung: Keine
Legendenpunkte: 200                      

 

Beute: Schuppen der Halskrause (Stück ca. 50 SS wert), als Trophäe Legendenpunkte




 


 

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